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Ein Abend in einem französischen Kino

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Ein Abend in einem französischen Kino

Ich (25, Französischstudentin) wohne während meinem Französisch Intensivkurs für Erwachsene bei EasyFrench Montpellier bei einer Gastfamilie in Montpellier. Meine französische Gastmutter und auch sonst fast alle Einwohner von Montpellier gehen abends – auch unter der Woche – gerne noch aus, um einen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu haben. So entschieden wir uns gestern dazu, abends ins Kino zu gehen. Da die kleinen unabhängigen Kinos günstiger sind und außerdem einen gewissen Charme besitzen, gingen wir ins Diagonal in der Rue Verdun in Montpellier.

Da man in Frankreich generell eher spät zu Abend isst und der Film um 20 Uhr beginnen sollte, waren wir etwas spät dran (auch, weil wir uns bei einem Glas Wein beim Abendessen ein wenig verplappert hatten) und mussten uns beeilen. Zum Kino, welches sich in einer Seitenstraße nahe der Comédie befindet, gingen wir zu Fuß, denn bis dorthin waren es nur ungefähr 10 Minuten. Wir waren dort mit einer Freundin meiner Gastmutter verabredet.

Moi, Tonya

Ursprünglich wollten wir den Film „Moi, Tonya“ mit Margot Robbie in der Hauptrolle als Tonya Harding gehen. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. Die seinerzeit sehr talentierte Eiskunstläuferin Tonya Harding geriet 1994 in den Fokus der Medien, da ihr Ehemann verdächtigt wurde, einen Attentäter auf Tonyas größte Konkurrentin angesetzt zu haben. Tonya selbst wurde mit dem Attentat in Verbindung gebracht und infolgedessen lebenslang für alle Eiskunstlaufwettbewerbe gesperrt. Ein Film, der mit Sicherheit nicht nur beim Französisch lernen in Frankreich hilft, sondern auch die Allgemeinbildung erweitert.

L’Apparition

Am Kino angekommen, entschieden wir uns dann aber spontan dazu, den Film „L’Apparition“ zu sehen, einen Film des Regisseurs Xavier Giannoli mit Vincent Lindon und Galatea Bellugi in den Hauptrollen. Meine Gastmutter war im Vorfeld sehr angetan von dem Film, da Vincent Lindon zu ihren Lieblingsschauspielern zählt. Auch wenn mir der Hauptdarsteller auf Anhieb sympathisch war, so waren wir drei am Ende des Films einer Meinung: ein sehr durchwachsener Streifen. Im Grunde erschien mir das Thema des Films interessant: Anna, ein junges Mädchen, das im Südosten Frankreichs lebt, hat eines Tages eine Erscheinung der Jungfrau Maria. Sie wird wie ein Phänomen behandelt und viele Menschen kommen, um sie während der Messe in der Kirche zu sehen. Jacques (Vincent Lindon), ein Zeitungsreporter, wird vom Vatikan beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen, obwohl er selbst nicht gläubig ist.

Da ich euch nicht zu viel über den Inhalt verraten möchte, werde ich euch nur sagen, dass der Film einige gute und spannende Passagen hatte, aber auch einige, in denen nicht wirklich etwas passiert. Leder gab es viele Klischees, die mit der Kirche im Zusammenhang stehen. Mich persönlich erinnerte der Film teilweise sehr stark an die Dan Brown Verfilmungen, welche vorher erschienen sind, und es fehlte somit die Originalität. Trotzdem ist der Film mit Sicherheit interessant für Leute, die sich für Verschwörungstheorien über Kirche und Religion interessieren! Für mich war er gut, um Französisch in Frankreich zu lernen.

Ziemlich beste Freunde

Allgemein habe ich festgestellt, dass französische Filme sich von den meist beliebten Hollywood Blockbustern stark unterscheiden. In französischen Filmen herrscht eine andere Stimmung, und ich als Deutsche wurde beim Schauen schon oft durch den trockenen und so anderen Humor überrascht.

Sicherlich kennt ihr den Film „Ziemlich beste Freunde“ mit Francois Cluzet und Omar Sy in den Hauptrollen, und jeder, den ich kenne, liebt diesen Film. Die beiden französischen Regisseure Eric Toledano und Olivier Nakache haben wirklich verstanden, was die Zuschauer berührt und was sie zum Lachen bringt.

Für alle, die den Film nicht kennen: er handelt von Philippe, einem wohlhabenden älteren Herrn, der durch eine Lähmung an seinen Rollstuhl gefesselt ist, und dessen Leben sich durch Driss, einen jüngeren Senegalesen mit einer kriminellen Vergangenheit um 180 Grad drehen wird. Aus den beiden, die am Anfang von grundauf verschieden zu sein scheinen, werden bald „Ziemlich beste Freunde“. Natürlich darf in einem französischen Film auch nicht der typische trockene Humor fehlen – und davon gibt es in „Ziemlich beste Freunde“ mehr als genug! Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt tun.

Plötzlich Papa

Wem die schauspielerische Leistung von Omar Sy in „Ziemlich beste Freunde“ gefallen hat, dem kann ich auch „Plötzlich Papa“ während dem Sprachaufenthalt in Frankreich empfehlen. Hier spielt der französische Schauspieler Omar Sy einen jungen aufreißerischen Typen, der plötzlich erfährt, dass er eine Tochter hat. Samuel, der zu Beginn entsetzt über diese Neuigkeiten ist, wird sich bald darüber bewusst, dass er nun Verantwortung übernehmen muss, und die beiden werden ein tolles Team. Ein französischer Film mit Herz, der ebenfalls sehr zu empfehlen ist!

Ob es sich nun um einen französischen Film oder einen Film aus einem anderen Land handelt – ich kann jedem, der eine Sprachreise nach Montpellier macht, um Französisch in Frankreich zu lernen, nur empfehlen, ab und zu ins französische Kino zu gehen – es zählt auch zu meinen Lieblings Freizeitaktivitäten in Montpellier. Dort gibt es keinen Untertitel, weshalb ihr wunderbar euer Hörverstehen trainieren könnt. Außerdem machen Filme wie „Ziemlich beste Freunde“ auch einfach Spaß!